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Mein neues Leben

Da bin ich nun. Ich habe gerade meine erste Meditation hinter mir - zumindest seit langem - und ich fühle mich entspannt und ausgeruht...und vor allem: Seit langem wieder wie ich.

Es war ein gutes Gefühl, für einige Minuten, die Hektik der Welt und generell alle fremden und störenden Gedanken aus meinem Kopf zu vertreiben und mich wirklich auf mich zu konzentrieren. Wer bin ich? Wo will ich hin?

Ich denke wir stellen uns alle im Laufe unseres Leben solcherlei Gedanken. Wir stehen irgendwan verloren an einem Wendepunkt an unserem Leben. Der Job ist weg, der Freund ebenfalls. Wir haben einen großen Umzug hinter uns und am liebsten würden wir uns bei einer guten Freundin verkriechen und all das ungeschehen machen. Oder vielleicht sehen wir alles auch als eine Art Befreiung und Abenteuer?

So oder so haben all diese Szenarien etwas gemein: Zerstörung. Wir lassen unseren alten Weg hinter uns. Wir verlassen unsere Sicherheit und wagen uns in fremde Gefilde. Sei es, weil wir diesen Weg bewusst gehen, da wir uns einen Job weit weg gesucht haben oder weil wir hineingestoßen werden, indem wir merken, dass unsere Beziehung vor dem Aus steht.

Mir ist all das auf einmal passier. Meine ganzen Pfeiler wurden mir unter den Füßen weggerissen. Ich habe mein Studium abgebrochen, ich habe mich von meinem Freund getrennt und auch von einigen unliebsamen Menschen, die ich eigentlich immer als "Freunde" betrachtet habe. Aber am Ende sitze ich hier in meinem Bett. Ich hebe vorsichtig den Kopf und wage einen sehnsüchtigen Blick über meinen Tellerrand. War es das? War das alles, was mir das Leben zu bieten hatte? Ein Kerl, dem ich gleichgültig war und mit dem ich die letzten Jahre nur aus Routine und Gewöhnung zusammen war? Ohne Leidenschaft? War es das? Ein Studium, in das ich gedrängt wurde, aber dem ich nie viel abgewinnen konnte?

...Muss ich es mir denn immer so unendlich schwer machen?

Das ist letztlich die Frage, die immer wieder in meinem Kopf aufgetaucht ist. Ich meine, immer nur der einfache Weg ist natürlich nicht die Lösung. Aber muss es immer der schwere sein? Muss ich mich durch eine Beziehung quälen, weil ich sonst das Gefühl habe, dass ich "verliere". Muss ich mich durch ein Studium quälen, das mir überhaupt keinen Spaß macht und mir alles abverlangt, damit ich meinem Ehrgeiz gerecht werde?

Die Frage, die wir uns doch Alle stellen sollten, ist was wir verdient haben. 

Wir alle haben Ballast. Fehler, Fehlentscheidungen. Wir gehen mit Reue durchs Leben etwas getan oder nicht getan zu haben. Wir prügeln uns ständig mit dem "Was wäre wenn..." selbst in irgendwelche Bahnen, die wir als unseren persönlichen Jakobsweg sehen. 

Ich wollte eine funktionierende Beziehung. Ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte nicht oberflächlich sein. Ich wollte Stabilität. Und dabei habe ich meine Energie für einen Kerl aufgebraucht, der mich nicht gesehen hat, weil er lieber am PC gezockt hat. Aber bin ich mir selbst so wenig wert, dass ich es verzeihe, dass dieses Spiel wichtiger ist als ich? Der Moment, wenn man sich selbst krank aus dem Bett quält, weil der Tee, um den man vor über einer Stunde gebeten hat, immer noch nicht da ist. 

Ich wollte es mir selbst beweisen. Ich wollte einen Titel, ich wollte studieren. Ich wollte es allen zeigen. Ich wollte eine Zukunft. Nur leider wusste ich nicht, in welcher Richtung es sein sollte. Ich ließ mich belagern und von allen seiten manipulieren und bin letztlich in einem Studienfach gelandet, für das ich nur minder Interesse entwickelt hatte und nach drei Wochen kam es mir schon aus den Ohren raus. Es war Plackerei und dennoch habe ich die Zähne zusammengebissen, gelernt, gearbeitet...und bin gescheitert.

Man kann also überdeutlich sagen, dass ich gerade einfach nur am Boden bin. Und warum fühle ich mich dann so viel freier? Ich wache am Wochenende auf und blicke nach links. Niemand da, der schnarcht. Da ist einfach niemand, auf den ich achten müsste. Ich stehe auf, mache mir meinen Kaffee, genehmige mir ein Frühstück. Ein gesundes mit Äpfeln und Vollkornbrot und starre aus dem Fenster, blicke den anderen Menschen hinterher und fühle mich wohl. Ich habe den Tag vor mir, die Welt zu Füßen. Ich kann machen, was ich will....was ICH will.

Die letzten Wochen habe ich mich immer mehr zurückgezogen und mich auf mich und meine Wünsche und Bedürfnisse konzentriert. Und ich bin nicht tot. Ich bin nicht weg vom Fenster. Ich habe Energie geschöpft, um wieder zu starten und diesmal in ein Leben, das ich mir aussuche. Ein Spiel, in dem ich die Regeln schreibe und nicht mein beschissener Freund von Muttersöhnchen oder irgendwelche Leute, die wissen, was das Beste für mich ist.

Und ich bin ich. Und ich weiß, was das Beste für mich ich. Ich fühle mich wie ein Phoenix, der aus seiner Asche wieder aufersteht. Vielleicht ein Küken. Aber ich werde wachsen, ich werde lernen, wieder zu fliegen und dabei hell am Himmel strahlen. 

7.2.13 19:16

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